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Buecher
Helene und Hubert Beitler


Helene und Hubert Beitler

Das folgende Buch wurde von uns beiden gemeinsam geschrieben.
Zusammen wachsen (BALANCE ratgeber)
Bonn, 2008
ISBN 978-3-86739-023-1
208 Seiten
14,95 / 27,50 sFr

Buchbeschreibung:
Zusammen wachsen
Bei Familie Beitler ist alles etwas anders als bei anderen Familien, seit bei Helene Beitler Schizophrenie diagnostiziert wurde. Die Ehe wurde damals auf eine harte Probe gestellt, doch sie hat gehalten. Auch als der Sohn im Teenageralter psychotisch wurde, hielt die Familie zusammen und stellte sich der Herausforderung, in dem sie die Betreuung des Sohnes übernahm.
Ihre Erfahrungen mit dieser "verrückten Familie" haben Helene und Hubert Beitler in diesem Buch zusammengetragen. Darin beschreiben sie anschaulich und mit vielen Beispielen, wie psychotische Krisen miteinander bewältigt werden können. Paare und Familien finden in diesem Buch Orientierungen für den eigenen Umgang vor, während und nach Krisen - damit man trotz Erkrankung zusammen wachsen kann.
Renate Klöppel
Schattenseite des Mondes (Rowohlt-TB-Verlag)

Hier stelle ich kurz den Roman "Schattenseite des Mondes" vor, der von Renate Klöppel in abgeänderter Analogie zu meiner eigenen Lebensgeschichte geschrieben wurde.



Leseprobe
Acht Jahre zuvor hat der Wahnsinn zum ersten Mal von mir Besitz ergriffen. Ganz allmählich ist er über mich gekommen als ein sachtes Hineingleiten in eine befremdliche Welt. Immer mehr Dinge bekamen eine Bedeutung, Zufälliges ordnete sich zu Bildern, Bilder wurden zu Rätseln, Rätsel zu Sprache. Aber ich konnte die Rätsel nicht lösen, die Sprache nicht verstehen. Erst hatte es nichts Erschreckendes, nicht, bis sie den Zauber über mich brachten. Der Zauber, das waren ihre Pfeile, das war das Gift, das war der Tod.

Es war ein Tag wie jeder andere, ein trüber Wintertag, Nebel in der Luft und die Stadt grau und konturlos, ein ganz gewöhnlicher Tag im frühen Februar. Aber es war der Tag, der mich abschnitt von der Welt, deren Teil ich gewesen war, und der mich ausstieß aus meinem bisherigen Leben. Niemals nach diesem Tag sollte alles wieder sein wie zuvor. Die junge unbekümmerte Mutter, die sorglose Kunststudentin, ist an diesem Tag gestorben.

Sie sitzen im Kreis, als ich als letzte komme, hinter ihnen die Staffeleien, die Tische mit den Farben, den Pinseln. Ich sehe ihre Gesichter, helle Scheiben mit dunklen Augenschlitzen, sehe gebeugte Rücken auf den hohen Schemeln, sehe Holgers schwarze Haare, seine eckigen Schultern. Ich schließe die Tür hinter mir, bleibe stehen. Jetzt bemerken sie mich, erst die, deren Gesicht der Tür zugewandt sind, dann die anderen, sie drehen sich um, unwillig und abweisend. Holger, der geredet hat, lässt das Bild sinken, das er in den Händen hält. Er verstummt und blickt in meine Richtung. Ich klammere mich an die Mappe mit meinen Zeichnungen, sehe Holgers Augen, sehe die feindseligen Blicke der anderen zwölf Augenpaare.

Niemand macht Platz für mich.

Dann, während ich noch unbeweglich stehe, geschieht das Entsetzliche, das Unfassbare, das niemals Begreifliche. Ich sehe die Pfeile, von ihnen gesandt, spitze, schwarze Geschosse, die mich erreichen, mich treffen mitten ins Herz, wo sie stecken bleiben mit furchtbarem Schmerz. Ich fühle das Gift in meinem Körper und ich weiß, ich werde sterben, getötet von ihren Pfeilen, vernichtet von dem Zauber, den sie über mich gebracht haben. Mein Mund öffnet sich, ich will schreien, aber ich bleibe stumm.

Qualvolle, unerträgliche Angst. Todesangst!